Ein Beitrag von Bettina Tittel.
Ein gesunder Selbstwert gilt als zentraler Faktor für Wohlbefinden, psychische Gesundheit sowie privaten und beruflichen Erfolg. Ist er übersteigert, spricht man von Arroganz oder sogar Narzissmus. Viele Menschen leiden jedoch unter einem zu niedrigen Selbstwertgefühl – sie trauen sich nichts zu, neigen zu „Aufschieberitis“, persönlichem Rückzug oder dem „Impostor-Syndrom“ – einem starken Minderwertigkeitsgefühl.
Der Schutz und die Erhöhung des eigenen Selbstwertes gehören in Anlehnung an die sogenannte „Konsistenztheorie“ von Klaus Grawe zu den angeborenen, psychologischen Grundbedürfnissen des Menschen. Bereits Abraham Maslow identifizierte in seiner „Bedürfnishierarchie“ den Wunsch nach Wertschätzung, Ansehen und Erfolg als zentrale Individualbedürfnisse.
Der eigene Selbstwert kann groß oder klein sein, wachsen oder schrumpfen und hat insbesondere über unser Hormon- und unser zentrales Nervensystem einen großen Einfluss auf unsere emotionale Verfassung und unsere ganzheitliche Gesundheit.
Unser Selbstwertgefühl als innerer Kompass
Viele Menschen verwenden „Selbstwert“ synonym mit dem Begriff „Selbstbewusstsein“, was erst einmal so viel bedeutet, sich über seine eigenen Stärken und Entwicklungsfelder im Klaren zu sein. Unser Selbstwert beschreibt darüber hinaus das Gefühl, welches aus unserer subjektiven Bewertung der eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten in unterschiedlichen Kontexten und sozialen Beziehungen entsteht.
Diese subjektive Bewertung schwankt jedoch häufig, je nachdem in welcher Situation wir uns befinden oder mit wem wir uns umgeben. Im Kreis der Familie oder mit Freunden fühlen wir uns meist sicherer als beispielsweise bei einem Bewerbungsgespräch oder allein in einem fremden Land.
Identifikation von Auslösern
Für fast jeden Menschen gibt es bestimmte Situationen oder Personen, in deren Raum man sich wertlos, unsicher oder klein fühlt, daher ist es zunächst hilfreich, diese zu identifizieren.
Hier kann es helfen, den eigenen Alltag oder wichtige Stationen des Lebens zu analysieren, um Auslöser zu konkretisieren, die sich ungünstig auf den persönlichen Selbstwert auswirken.
Hinweise auf einen instabilen Selbstwert sind:
- Ungünstiger Umgang mit Kritik oder negativem Feedback bzw. ausbleibendem Lob und daraus resultierende Selbstkritik
- Übertriebene Selbstvorwürfe bei Fehlern
- „Inneres Schrumpfen“ in bestimmten Situationen wie z.B. Prüfungen oder Präsentationen oder sozialen Systemen wie Gespräche mit Vorgesetzten oder Idolen
- Eigene Abwertung aufgrund von sozialen Vergleichen, z.B. über Medien
- Erwartungen an andere mit dem Wunsch nach Bestätigung im Außen
- Perfektionismus in Bezug auf Leistung, Äußeres oder Verhalten
- Übertriebene Bescheidenheit, z.B. Lob oder Komplimente nicht gut annehmen können
- Sich selbst in den Vordergrund drängen oder nicht im Mittelpunkt stehen wollen
- „Aufschieberitis“ bzw. Prokrastination und auch das Aufschieben von Entscheidungen
- Geringe Abgrenzung aufgrund von Angst vor Ablehnung
- uvm.
Je konkreter die situativen oder systemischen Auslöser und das daraus resultierende Verhalten identifiziert sind, desto passender können anschließende Interventionen durchgeführt werden.
Den Selbstwert stabilisieren
Betrachtet man die Liste der typischen „Selbstwert-Räuber“, so zeigt sich eine Struktur, die wir für die Entwicklung eines stabileren und gesünderen Selbstwertgefühls nutzen können:
- Selbstannahme und Selbstakzeptanz integrieren
- Selbstkonzept-Klarheit: Bewusstmachung persönlicher Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Konsequenter Fokus auf Stärken und Schwächen als Entwicklungsfelder annehmen
- Growth-Mindset: Fehler als Lernchance und nicht als Niederlage betrachten
- Den inneren Kritiker und Perfektionismus als Motor und nicht als Bremse annehmen
- Kultivierung der Selbstwirksamkeit: das Gefühl, Dinge in seinem Leben selbst beeinflussen zu können
- Blockierende Glaubenssätze transformieren
- Innere Antreiber evaluieren und funktionale Coping-Strategien entwickeln
- Ungünstige Emotionen wie Scham oder Missgunst regulieren
- Regelmäßige Aktivierung der Emotion „Stolz“ mit dem Fokus auf eigene Erfolge
- uvm.
Diese und viele weitere Ansätze können wir für unsere Persönlichkeitsentwicklung nutzen, um unser Selbstwertgefühl zu stärken und emotional unabhängig von Situationen, Fehlern sowie den eigenen oder den Erwartungen anderer zu werden.
Lektorierte Beiträge, Bücher oder ein:e gut ausgebildete:r Coach oder Therapeut:in können hier gute Begleiter:innen sein, wenn es bei bestimmten Themen hakt.
Trauen Sie sich mal was und beginnen Sie Ihre Reise mit dem ersten Schritt.
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