Onlinekongress
Neurodiversität: Vielfalt statt Norm
23.–25. November 2026
Unser dreitägiger Onlinekongress zum Thema Neurodivergenz bringt Fachleute, neurodiverse Menschen und Interessierte zusammen – wissenschaftlich fundiert, alltagsnah und mit Raum für offene, auch kontroverse, aber stets wertschätzende Debatten. Unter der fachlichen Leitung von Dipl.-Psych. Frauke Niehues erwartet Sie ein vielseitiges Programm rund um aktuelle Perspektiven auf neurodivergente Erfahrungsweisen.
Erfahren Sie hier mehr zum Programm unseres Kongresses.
Programm
Fachtag: 23.11.2026
Forschung trifft Praxis – Differenzierte Perspektiven für Fachleute
09:00–09:10 Uhr | Begrüßung + Programm | Frauke Niehues
Begrüßung + Programm
live mit Frauke Niehues
09:10–10:00 Uhr | Können macht Spaß: ein Therapie- und Beratungskonzept für Hoch- und Höchstbegabung | Frauke Niehues
Können macht Spaß: ein Therapie- und Beratungskonzept für Hoch- und Höchstbegabung
live mit Frauke Niehues
Hochbegabte Menschen befinden sich per Definition außerhalb der Norm und werden zunehmend im Kontext von Neurodiversität verstanden. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass sie im medizinischen und psychologischen Versorgungssystem überdurchschnittlich häufig fehldiagnostiziert werden – ein Problem, vor dem auch die American Psychiatric Association (Herausgeberin des DSM) ausdrücklich warnt.
Im Vortrag werden häufig auftretende Merkmale, Ressourcen und Herausforderungen hochbegabter Menschen differenziert und nachvollziehbar dargestellt – fernab von Mythen und Klischees. Es wird ein praxisnahes Tool zur Verfügung gestellt, mit dem ein individuelles Hochbegabtenprofil erstellt werden kann. Darauf aufbauend wird ein praxiserprobtes Therapie- und Beratungskonzept dargeboten, mit dem individuelle Lösungsstrategien entwickelt und Hochbegabte realistisch, ressourcenorientiert und alltagsnah unterstützt werden können.
10:00–10:15 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
10:15–11:15 Uhr | ADHS – Was ist das und was machen wir damit? | Nicolai Semmler
ADHS – Was ist das und was machen wir damit?
live mit Nicolai Semmler
ADHS löst bei vielen Behandelnden starke Unsicherheiten darüber aus, wer es überhaupt diagnostizieren darf, ob es einer Medikation bedarf und welche psychotherapeutischen Strategien und Fragen sich ergeben. In diesem Beitrag gibt es einen strukturierten Überblick darüber, auf welchen Ebenen von Innenerleben und Alltagsbewältigung sich ADHS überhaupt abbildet. Aus dieser Fragestellung werden Schwerpunktsetzungen abgeleitet, um eine qualifizierte Entscheidung treffen zu können, welche Bereiche der ADHS besser auf eine medikamentöse Behandlung ansprechen und welche ein Thema für eine Psychotherapie sind. Hierbei spielen vor allem das Lebensalter und der dazugehörige Lebensabschnitt eine große Rolle. So viel sei vorab verraten: Die wirklichen psychotherapeutischen Fragen, die sich in der ambulanten Praxis ergeben, haben herzlich wenig mit den Büchern voller Techniken und Tipps zu tun.
11:15–11:30 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
11:30–12:30 Uhr | Psychische Krankheit und Neurodivergenz | Kai Vogeley
Psychische Krankheit und Neurodivergenz
live mit Kai Vogeley
Die Begriffe der Neurodiversität und Neurodivergenz haben sich in Abgrenzung zum Krankheitsbegriff in der Psychiatrie entwickelt. Eine psychische Krankheit lässt sich zuschreiben, wenn eine relevante funktionale Einschränkung der psychischen Verfassung vorliegt, die entweder mit subjektivem Leiden oder mit objektiver Einschränkung der Teilhabe verbunden ist. Diskussionswürdig sind dabei die einzelnen Teilkomponenten des Krankheitsbegriffs und ob ihm eher naturwissenschaftlich definierbare Kriterien (Naturalismus) oder soziokulturell vereinbarte Kriterien (Normativismus) zugrunde liegen. Dagegen wird mit Neurodiversität auf die Vielfalt der individuellen Erlebnis-, Denk- und Handlungsweisen fokussiert, die im Rahmen der Varianz unserer Gehirnstruktur entsteht.
Innerhalb des Rahmenkonzepts wird postuliert, dass es Menschen mit neurodivergenten Verfassungen gibt, die in erheblicher Weise von den Gehirnstrukturen der übrigen neurotypischen Personen abweichen. Damit ist die Hoffnung einer stärkeren Orientierung auf Ressourcen und Stärken, der Entstigmatisierung, und der verbesserten Partizipation der betroffenen Personen verbunden.
Kritisch ist dazu festzustellen, dass es unklar bleibt, anhand welcher Kriterien neurodivergente von neurotypischen Verfassungen abgegrenzt werden können und welche Verfassungen als neurodivergent gelten, in der Diskussion sind unter anderen die Diagnosen Autismus, ADHS, Dyslexie, Legasthenie, Dyskalkulie, Tourette-Syndrom, Schizophrenie. Da keine objektiven, allgemein gültigen Kriterien zur Differenzierung der Kategorien neurodivergent gegenüber neurotypsich verfügbar sind, muss Neurodivergenz auf der Selbstzuschreibung beruhen und kann nicht mit Krankheitswert gleichgesetzt werden.
Neurodivergenz als soziologisches oder politisches Konzept ist damit nicht als medizinische Diagnose zu behandeln und impliziert auch keinen formalen Anspruch auf Therapie- oder Unterstützungsangebote.
12:30–13:30 Uhr | Mittagspause
13:30–14:30 Uhr | Feinfühlig, verletzt, überfordert? – HSP aus psychosomatischer Sicht | Sven Steffes-Holländer
Feinfühlig, verletzt, überfordert? – HSP aus psychosomatischer Sicht
on demand mit Sven Steffes-Holländer
Feinfühligkeit wird oft vorschnell als „Hochsensibilität“ etikettiert. Psychosomatisch zeigt sich ein differenzierteres Bild: Erhöhte Wahrnehmung und emotionale Resonanz können Ressource sein oder in Überforderung und körperliche Beschwerden münden. Der Vortrag ordnet Hochsensibilität jenseits von Labels ein und verbindet psychodynamische, neurobiologische und körperbezogene Perspektiven. Es vermittelt, wann Sensibilität stärkt und wann sie belastet, und zeigt konkrete Ansätze für Diagnostik und Umgang im klinischen Alltag. Ziel ist eine klare Differenzierung zwischen Ressource und Vulnerabilität sowie die Förderung von Selbstregulation und Abgrenzung.
14:30–14:45 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
14:45–15:45 Uhr | Diagnosen als Identitäts- und Beziehungs-wirksame Wirklichkeitskonstruktionen | Gunther Schmidt
Diagnosen als Identitäts- und Beziehungs-wirksame Wirklichkeitskonstruktionen – Hypnosystemische konstruktivistische Utilisations-Perspektiven zum Thema „Neurodiversität“
on demand mit Gunther Schmidt
Abstract folgt in Kürze
15:45–16:00 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
16:00–17:00 Uhr | Panel-Diskussion | Nicolai Semmler, Eike Ahlers, Steffen Zech, Kai Vogeley
Neurodiversität: Tragfähiges Konzept oder inflationäre Zuschreibung?
live mit Nicolai Semmler, Eike Ahlers, Steffen Zech und Kai Vogeley – moderiert von Frauke Niehues
Neurodiversität ist in aller Munde – in Fachkreisen, in den Medien und zunehmend auch in der Gesellschaft. Doch was bedeutet dieser Begriff? Handelt es sich um eine notwendige Erweiterung unseres Verständnisses von psychischer Gesundheit und Vielfalt? Oder erleben wir eine inflationäre Zuschreibung, die mehr Fragen als Antworten aufwirft?
In dieser Paneldiskussion beleuchten Expert:innen aus Psychologie, Medizin und Sozialwissenschaften die Chancen und Risiken des Neurodiversitätskonzepts. Wir diskutieren unter anderem:
- Wann wird Neurodiversität zur Diagnose – und wann zum Label?
- Welche wissenschaftlichen Grundlagen gibt es, und wo beginnt der Hype?
- Wie beeinflusst die gesellschaftliche Debatte die klinische Praxis?
- Welche Folgen hat die Selbstidentifikation als „neurodivers“ für Betroffene und Fachleute?
Das Panel lädt zu einer offenen, kontroversen und zugleich lösungsorientierten Diskussion ein – mit Raum für Fragen aus dem Publikum.
Offener Kongresstag: 24.11.2026
Vielfalt entdecken, Unterschiede begreifen: Hochbegabung, ADHS, Autismus, Hochsensibilität – was steckt dahinter?
09:00–09:10 Uhr | Begrüßung + Programm | Frauke Niehues
Begrüßung und Programm
live mit Frauke Niehues
09:10–10:00 Uhr | Hoch- und Höchstbegabung: Herausforderungen und Lösungen außerhalb der Norm | Frauke Niehues
Hoch- und Höchstbegabung: Herausforderungen und Lösungen außerhalb der Norm
live mit Frauke Niehues
Der Vortrag richtet sich an hoch- und höchstbegabte Menschen jeden Alters, an Hochbegabten nahestehende Menschen und alle, die ein Leben mit Hochbegabung besser verstehen möchten.
Hoch- und Höchstbegabung wird in Wissenschaft und Praxis oft widersprüchlich dargestellt: Während eine Perspektive Hochbegabte als psychisch besonders stabil beschreibt, weist eine andere auf ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko und massiven Unterstützungsbedarf hin. Beide Sichtweisen greifen zu kurz und führen im Alltag nicht selten zu unzureichender Unterstützung oder problematischen Fehldiagnosen.
Auf Grundlage psychologischen Fachwissens, aktueller Studien sowie langjähriger Erfahrung in Beratung und Therapie beleuchtet der Vortrag die tatsächlichen Herausforderungen hoch- und höchstbegabter Menschen – jenseits von Klischees, Mythen oder vereinfachenden Annahmen.
Es werden häufig auftretende Merkmale, Ressourcen und Belastungsmuster erläutert. Darauf aufbauend werden praxisnahe, alltagstaugliche Lösungsansätze vorgestellt.
Der Vortrag dient als fundierte Orientierungshilfe: Er ersetzt keine individuelle Diagnostik oder Therapie, vermittelt aber ein differenziertes, ressourcenorientiertes Verständnis von Hochbegabung und zeigt konkrete Wege auf, wie typische Herausforderungen im Alltag erkannt, verstanden und bewältigt werden können.
10:00–10:15 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
10:15–11:15 Uhr | Wer ist hier eigentlich autistisch? | Brit Wilczek
Wer ist hier eigentlich autistisch?
Das Zwei-Welten-Modell
live mit Brit Wilczek
Abstract folgt in Kürze
11:15–11:30 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
11:30–12:30 Uhr | Autismus und Geschlecht: Warum viele Unterschiede übersehen werden | Christine Preißmann
Autismus und Geschlecht: Warum viele Unterschiede übersehen werden
live mit Christine Preißmann
Ein individueller Blick auf Menschen mit Autismus ist wichtig, insbesondere auch im Hinblick auf das Geschlecht. Viele Unterschiede werden nicht als solche erkannt, deshalb kann die Autismusdiagnose dann, wenn die Symptomatik nicht dem häufigen Erscheinungsbild entspricht, häufig erst deutlich verzögert gestellt werden. Im Vortrag werden mögliche Auffälligkeiten geschlechterdifferenziert beschrieben und mögliche Hilfen für die verschiedenen Lebensbereiche dargestellt. Die Referentin berichtet dazu sowohl aus der Betroffenenperspektive als auch aus der Sicht der Psychotherapeutin und verdeutlicht die Besonderheiten anhand zahlreicher Beispiele.
12:30–13:30 Uhr | Mittagspause
13:30–14:30 Uhr | Alle Tassen im Schrank! – Erlebtes Wissen aus dem Praxis-Alltag | Elke Dietz
Alle Tassen im Schrank! – Erlebtes Wissen aus dem Praxis-Alltag
live mit Elke Dietz
Hochsensitivität, ein Temperamentsmerkmal, zeichnet sich durch eine angeborene Reizoffenheit auf unterschiedlichen sensorischen Ebenen aus. Sie ist kein Defizit 0– und doch erleben sich viele Betroffene genau so. Schätzungsweise 15-20 % der Menschen nehmen die Welt und sich selbst mit einer besonderen Tiefe und Intensität wahr. Sie fühlen sich „anders“, „etwas ver-rückt“, so als hätten sie nicht alle Tassen im Schrank. Was steckt dahinter und was braucht es, damit aus einem als „zu viel“ erlebten Merkmal eine gelebtes Sosein werden kann?
Dieser Vortrag verbindet aktuelles Forschungswissen mit dem, was im therapeutischen Alltag wirklich zählt: Erkennen, Aufklären, Einordnen, Annehmen und Erlernen von Regulationsmöglichkeiten. Anhand verschiedener Tassen als Sinnbild werden unterschiedliche Dimensionen der Hochsensitivität lebendig. Von neurobiologischen Grundlagen über Persönlichkeitsprofile bis hin zu therapeutischen Haltungen, die den Unterschied machen.
Für Betroffene und Fachpersonen gleichermaßen: wissenschaftlich fundiert, praxisnah und mit erlebtem Wissen.
14:30–14:45 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
14:45–15:45 Uhr | Neurodiversität: Was Wissenschaft über Unterschiede im Gehirn sagt | Damir del Monte
Neurodiversität: Was Wissenschaft über Unterschiede im Gehirn sagt
on demand mit Damir del Monte
Der Vortrag untersucht das Konzept der Neurodiversität aus neurobiologischer Perspektive und ordnet es in seinen historischen und gesellschaftlichen Kontext ein. Ursprünglich aus der Biologie stammend, beschreibt Diversität Vielfalt, wurde jedoch im Zuge sozialer Bewegungen normativ aufgeladen. Der Begriff der Neurodiversität überträgt diese Idee auf die Variabilität menschlicher Gehirnentwicklung und Informationsverarbeitung.
Neurowissenschaftlich lässt sich festhalten, dass das Gehirn als komplexes, selbstorganisierendes System eine erhebliche funktionelle Bandbreite aufweist. Unterschiede im Denken, Wahrnehmen und Verhalten sind daher nicht per se pathologisch, sondern Ausdruck neuronaler Vielfalt. Gleichzeitig betont der Vortrag die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung. Insbesondere bei klinisch relevanten Ausprägungen, etwa innerhalb des Autismusspektrums, können erhebliche Einschränkungen und Unterstützungsbedarfe bestehen, die nicht durch eine rein pluralistische Perspektive relativiert werden sollten.
Diagnostische Kategorien werden dabei als pragmatische Instrumente verstanden, die trotz ihrer Konstruiertheit eine wichtige Funktion für Schutz, Förderung und Therapie erfüllen. Insgesamt plädiert der Vortrag für eine ausgewogene Position, die sowohl die Anerkennung neurobiologischer Vielfalt als auch die Berücksichtigung realer Belastungen integriert, um eine fundierte Grundlage für pädagogische und therapeutische Praxis zu schaffen.
15:45–16:00 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese und Elke Dietz
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
16:00–17:00 Uhr | Neurodiversität aus hypnosystemischer Sicht | Gunther Schmidt
Neurodiversität aus hypnosystemischer Sicht: Wie man diese einzigartigen Begabungen zu Kompetenzen machen und nutzen kann
live mit Gunther Schmidt
In unserer Kultur herrschen noch immer häufig normative Vorstellungen und Erwartungen vor, die sich auf vermeintlich „Normales“ so beziehen, als ob dies „richtig“ sei und alles, was davon abzuweichen scheint, „falsch“, „krank“, „inkompetent“ usw. sei. Die Ergebnisse der modernen Hirnforschung und anderer wichtiger Forschungsbereiche zeigen aber eindeutig, dass diese „Normalität“ nur eine Fiktion ist, bei der man gemeinsam so tut, als ob Menschen weitgehend gleich wären in ihrem Erleben. Diese Fiktion hat aber häufig sehr destruktive Auswirkungen auf Menschen, die nicht der vermeintlichen „Norm“ entsprechen, führen zu Abwertungen, Ausgrenzungen und entwürdigenden Interaktionen. Die vielen sehr wertvollen Kompetenzen und einzigartigen Ressourcen gerade auch von den Menschen, die als „Minderheit“ angesehen werden, können dann oft weder bewusst bemerkt noch genutzt werden.
Im Vortrag wird gezeigt, wie mit hypnosystemischen Kompetenz-orientierten Verfahren gezielt und sehr wirksam die Aufmerksamkeit ausgerichtet werden kann auf die vielen Fähigkeiten von Betroffenen, wie sie kraftvoll befähigt und ermutigt werden können, mit Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Stolz auf sich und mit Würde diese Fähigkeiten kreativ einzusetzen und zu erfüllenden Beziehungsgestaltungen beizutragen. Ebenso wird gezeigt, wie man sogar Selbstzweifel, Abwertungen von außen, Ängste und niederdrückende Stimmungen als Reaktionen auf Ausgrenzung Kraft gebend und kompetenzaktivierend nutzen kann.
17:00–17:15 Uhr | Gedankenpause| Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
17:15–18:15 Uhr | Panel-Diskussion | Astrid Neuy-Lobkowicz, Brit Wilczek, Nicole Terrée
Neurodiversität in den Medien: Wenn psychologische Inhalte zum Trend werden
live mit Astrid Neuy-Lobkowicz, Brit Wilczek und Nicole Terrée – moderiert von Frauke Niehues
Neurodiversität ist in Medien und sozialen Netzwerken so präsent wie nie zuvor – doch was steckt hinter diesem Trend? Das Panel beleuchtet Chancen und Risiken der wachsenden Sichtbarkeit von ADHS, Autismus, Hochbegabung und Hochsensibilität: Trägt sie zur Entstigmatisierung bei oder führt sie zu Vereinfachung und Fehlinformation? Wie beeinflussen Influencer:innen, Selbstdiagnosen und populäre Inhalte das Selbstverständnis Betroffener? Und welche Verantwortung tragen Medien, Wissenschaft und Verlage?
Gemeinsam diskutieren Expert:innen, wie Orientierung entstehen kann und wie die aktuelle Aufmerksamkeit sinnvoll genutzt werden kann.
Offener Kongresstag: 25.11.2026
Strategien für Stärke und Selbstwert – Ressourcen und Lösungen, die im Alltag wirken
09:00–09:10 Uhr | Begrüßung + Programm | Frauke Niehues
Begrüßung und Programm
live mit Frauke Niehues
09:10–10:00 Uhr | Im Anders-Sein stecken so viele Möglichkeiten | Ulrike Willutzki
Im Anders-Sein stecken so viele Möglichkeiten – Wie können wir Ressourcen wahrnehmen und aktivieren?
live mit Ulrike Willutzki
Mit einer ressourcenorientierten Perspektive gehen wir erst einmal davon aus, dass Personen über (fast) alle Möglichkeiten verfügen, um ihr Leben sinnvoll und zufrieden zu gestalten. Und das gilt für alle Personen, und damit auch für Menschen mit speziellen Eigenheiten, z.B. psychischen Belastungen oder spezieller neurologischer Ausstattung. Anders zu sein als die vermeintliche „Normalperson“ ist jedoch nicht immer einfach, und so nehmen Betroffene häufig in erster Linie ihre Defizite und Probleme wahr, kaum noch ihre Vielfalt, ihre Möglichkeiten und Stärken. In diesem Beitrag wird es darum gehen, den Blick radikal auf Ressourcen zu richten: Wie kann ich, wie kann mein Umfeld meine Potentiale wahrnehmen und diese feinfühlig und geduldig aktivieren und nutzen, auch wenn ich „anders“ bin als manche anderen? Eingangs wird es dabei um die Definition von Ressourcen gehen, um dann auf einzelne Zugänge und Methoden zur Ressourcenaktivierung einzugehen.
10:00–10:15 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
10:15–11:15 Uhr | ADHS und Beruf – Stärken nutzen, Rahmen gestalten | Kathrin Schmieder
ADHS und Beruf – Stärken nutzen, Rahmen gestalten
live mit Kathrin Schmieder
Abstract folgt in Kürze
11:15–11:30 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
11:30–12:30 Uhr | Weibliche ADHS und wie mache ich Gutes daraus | Astrid Neuy-Lobkowicz
Weibliche ADHS und wie mache ich Gutes daraus
Astrid Neuy-Lobkowicz im Gespräch mit Frauke Niehues, on demand
ADHS bei Frauen wird oft nicht diagnostiziert oder deren ADHS-Symptome falsch zugeordnet. Das führt dazu, dass Frauen 4 Jahre später eine ADHS-Diagnose bekommen. Das ist zu ihrem Nachteil, denn diese Zeit fällt genau in die Zeit der Ausbildung oder des Studiums. Unbehandelt bleiben viele ADHS-lerinnen unter ihren Möglichkeiten oder entwickeln zusätzlich Ängste, Depressionen oder Essstörungen, die dann das darunterlegende ADHS maskieren können. Im Gespräch beschreibt die Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie Astrid Neuy-Lobkowicz die Symptome der ADHS bei Frauen ausführlich und geht darauf ein, wie man ADHS „richtig behandelt“. Dabei geht es auch darum, was jede ADHS-Betroffene selbst dazutun und lernen kann, um mit ihrer ADHS einen guten Weg zu finden
12:30–13:30 Uhr | Mittagspause
13:30–14:30 Uhr | Defizite in der Emotionsregulation bei ADHS | Matthias Berking
Defizite in der Emotionsregulation bei ADHS
Warum die so wichtig sind und was man dagegen tun kann
live mit Matthias Berking
Defizite in der Emotionsregulation sind ein zentraler, jedoch oft unterschätzter Bestandteil der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Neben Kernsymptomen wie Unaufmerksamkeit und Impulsivität zeigen viele Betroffene Schwierigkeiten im Umgang mit intensiven Emotionen, etwa erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und geringe Frustrationstoleranz. Darüber hinaus beeinträchtigen Aufmerksamkeitsdefizite die Fähigkeit der Betroffenen, zielgerichtet, strukturiert und ausdauernd an ihren Emotionsregulationsproblemen zu arbeiten. Vor diesem Hintergrund wird im Vortrag dargestellt, welche Rolle Defizite in der Emotionsregulation bei der Aufrechterhaltung der Problematik spielen, mit welchen Maßnahmen man diese grundsätzlich bewältigen kann und wie sich den Besonderheiten von ADHS im Prozess der Vermittlung bzw. Aneignung emotionaler Kompetenzen Rechnung tragen lässt.
14:30–14:45 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
14:45–15:45 Uhr | ADHS – eine Reaktion auf eine nicht artgerechte Haltung in einem nicht passenden Habitat? | Michael Bohne
ADHS – eine Reaktion auf eine nicht artgerechte Haltung in einem nicht passenden Habitat?
Die Arroganz der Normalität
Michael Bohne im Gespräch mit Frauke Niehues, on demand
Warum eine nichtlineare Welt vielleicht genau jene Formen der Aufmerksamkeit braucht, die wir lange für Abweichungen hielten.
15:45–16:00 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
16:00–17:00 Uhr | ADHS bei Erwachsenen: Praxiserfahrungen aus der Klinik | Eike Ahlers
ADHS bei Erwachsenen: Praxiserfahrungen aus der Klinik
live mit Eike Ahlers
Neurobiologische Entwicklungsstörung? Neurodivergenz? Mode? Der Wissenstand zur ADHS bei Erwachsenen wird zunehmend präzise. Bei der Diagnostik, Behandlung und Beratungsarbeit treffen unterschiedliche POVs aufeinander. In einem Vortrag mit Diskussion werden die Erfahrungen aus der klinischen Praxis reflektiert. Fragen nach Erkennen von Symptomen, häufigen Folgeproblemen, den Umgang mit Stigmatisierung und zur Behandlung werden u. a. aufgenommen.
17:00–17:15 Uhr | Gedankenpause | Karolina Friese
GedankenPause: Den Kopf freimachen, bevor es weitergeht
on demand mit Karolina Friese
Trance- und Körperübungen laden dazu ein, das Gehörte wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.
17:15–18:15 Uhr | Panel-Diskussion | Eike Ahlers, Matthias Berking, Sven Steffes-Holländer, Ann-Christin Klett
Neurodiversität: Tragfähiges Konzept oder inflationäre Zuschreibung?“
live mit Eike Ahlers, Matthias Berking, Sven Steffes-Holländer und Ann-Christin Klett – moderiert von Frauke Niehues
Wie sieht gute Versorgung für neurodiverse Menschen aus – jenseits von Schubladen und Reparaturdenken? Dieses Panel gibt Einblicke in konkrete Konzepte aus Kliniken und zeigt, wie Unterstützung gelingen kann: individuell, ressourcenorientiert und alltagsnah.
Die Expert:innen Dr. med. Eike Ahlers, Prof. Dr. Matthias Berking, Sven Steffes-Holländer, Ann-Christin Klett und Frauke Niehues geben Einblicke in den Klinik- und Praxisalltag und diskutieren die Frage: Was braucht ein Mensch, um sich in seiner Vielfalt zu entfalten? Statt Defizite in den Vordergrund zu stellen, geht es um Bedingungen, die Entwicklung ermöglichen – und um Praxistipps, die sofort umsetzbar sind.
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