Sven Steffes-Holländer
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Sozialmediziner
Was nicht benannt wird, wirkt im Verborgenen weiter.
Über den Referenten
Sven Steffes-Holländer ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Sozialmediziner. Als Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken und Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin verfügt er über langjährige klinische Erfahrung in der stationären und ambulanten psychosomatischen Versorgung und verantwortet den Aufbau, die konzeptionelle Weiterentwicklung und die Leitung komplexer psychosomatischer Behandlungsstrukturen.
In seiner Arbeit verbindet er medizinische, psychotherapeutische und sozialmedizinische Perspektiven und beschäftigt sich intensiv mit den Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit, Arbeitswelt, gesellschaftlichen Anforderungen und individueller Lebensgeschichte.
Er ist Lehrbeauftragter für Psychotherapiewissenschaften der Sigmund-Freud-PrivatUniversität Berlin, Vorstand der Akademie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (APM) Berlin und stellv. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) Berlin-Brandenburg.
Steffes-Holländer verantwortet als Ärztliche Institutsleitung das Psychotherapeutische Ausbildungsinstitut Heiligenfeld, ist verantwortlich für die Bildungseinrichtung Akademie Heiligenfeld und leitet den jährlich stattfindenden Heiligenfeld Kongress in Bad Kissingen.
Über seine therapeutische Ausrichtung
In seiner therapeutischen Arbeit beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Stress- und Traumafolgestörungen, beruflicher Traumatisierung, Erschöpfungssyndromen sowie mit Essstörungen und neurodivergenten Wahrnehmungs-, Denk- und Verarbeitungsweisen im Erwachsenenalter. Als Sozialmediziner richtet er den Blick konsequent über das Individuum hinaus und analysiert psychische Symptome im Spannungsfeld von Biografie, Arbeitswelt, sozialen Rahmenbedingungen und politischen Strukturen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, wie gesellschaftliche Erwartungen, Leistungsnormen und politische Steuerungslogiken individuelle Anpassungsleistungen erzeugen und an welchen Punkten diese Anpassung krank macht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die politische Psychologie: die psychischen Wirkungen von Macht, Unsicherheit, Angstkommunikation und sozialer Polarisierung auf Individuen und Berufsgruppen. Besonderes Augenmerk gilt dabei psychosozialen Risikokonstellationen in der Arbeitswelt, etwa bei Lehrkräften, Einsatzkräften und anderen systemrelevanten Berufen, in denen strukturelle Überlastung, Verantwortungsdruck und mangelnde Gestaltungsspielräume psychische Erkrankungen begünstigen oder chronifizieren. Seine Arbeit ist geprägt von einem psychodynamisch fundierten, beziehungsorientierten und gesellschaftlich reflektierten Verständnis von Krankheit und Gesundheit. Ziel ist nicht Anpassung an dysfunktionale Verhältnisse, sondern ein vertieftes Verständnis von Kontexten, die Erweiterung psychischer Handlungsspielräume und die Stärkung individueller und kollektiver Gesundheit.
