14. bis 16. April 2026

Onlinekongress Gewaltfreie Kommunikation

25 Jahre Gewaltfreie Kommunikation in Deutschland – feiern Sie mit!

Wir laden Sie herzlich ein, beim großen Onlinekongress zum Jubiläum 25 Jahre Marshall B. Rosenberg bei Junfermann dabei zu sein. Erleben Sie die gesamte Bandbreite der Gewaltfreien Kommunikation – fundiert, inspirierend und anwendernah.

Erleben Sie führende Expert:innen der GFK persönlich und praxisnah.
Entdecken Sie neue Wege, Konflikte einfühlsamer zu lösen: beruflich wie privat.
Für mehr Verbindung, Klarheit und Verständnis – mit Herz und Haltung.

Programm

Bei den Kongressbeiträgen handelt es sich um aufgezeichnete Interviews un Vorträge, die Sie sich nach erfolgtem Ticketkauf während des Kongresszeitraums tageweise für 24 Stunden ansehen können. Sie möchten auch nach der Veranstaltung Zugriff auf die einzelnen Beiträge haben? Wir bieten diese dauerhaft zum Streamen an, siehe: Kongresspaket

1. Kongresstag – 14. April 2026

Empathie trainieren, Konflikte verstehen

GFK Mimikresonanz und moderne Psychologie

Warum scheitern Konflikte häufig an Komunikationsgrundlagen – und wie lässt sich das ändern? Al Weckert erklärt im Gespräch, warum das Fundament gelingender Verständigung in den vier Schritten der GFK liegt: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte. Er zeigt, wie GFK, Körperwahrnehmung und neurowissenschaftliche Erkenntnisse zusammenwirken, um Empathie gezielt zu trainieren – als echte „Use it or lose it“-Fähigkeit. Durch präzise Selbstkundgabe, Präsenz und Klarheit entsteht Verbindung statt Missverständnis. Konkrete Beispiele verdeutlichen, wie frühe Körpersignale auf unerfüllte Bedürfnisse hinweisen und wie eine GFK-Haltung dabei unterstützt, Verantwortung zu übernehmen und mutiger zu kommunizieren – im Team, im Alltag oder im Chor.

Weckerts Fokus: keine „Weichspül-GFK“, sondern praktische, unmittelbare Kommunikationswerkzeuge, die im echten Leben wirken.

Elternsein zwischen Nervensystem und Beziehung

Wie GFK innere Muster verwandeln kann

Warum reagieren wir im Familienalltag oft heftiger, als wir es wollen? In diesem Interview spricht Britta Hahn darüber, wie alte Prägungen, unbewusste „Überlebensstrategien“ und autonome Reaktionen des Nervensystems elterliches Handeln bestimmen.

In Stressmomenten fallen Eltern oft „autopilotartig“ in Wut, Rückzug oder Überanpassung, dabei ist es die Selbstregulation und innere Arbeit, die den Zugang zu einer echten, wertschätzenden Beziehung zu sich selbst und den eigenen Kindern ermöglichen. Im Zentrum steht, wie GFK in Verbindung mit Polyvagal‑Theorie und der Arbeit mit inneren Anteilen hilft, Trigger zu erkennen, dysregulierte Zustände zu beruhigen und Scham sowie innere Kritiker zu entmachten. Britta Hahn zeigt, wie Eltern durch Selbstempathie, innere Klärung und Co‑Regulation eine Atmosphäre schaffen, in der Kinder sich sicher fühlen, Gefühle ausdrücken dürfen und Beziehung statt Erziehungsdruck wachsen kann.

Sprache schafft Wirklichkeit

GFK als Sprache des Herzens

Wie würde sich der Alltag anfühlen, wenn Worte innere Kraft aktivieren statt erschöpfen? Karoline BitschnauDellamaria verbindet seit über 20 Jahren GFK mit systemischen, rhetorischen und resilienzorientierten Ansätzen. Für sie ist die GFK vor allem eine Sprache des Herzens, die über Bedürfnisse Verbindung schafft – unabhängig von Kultur, Rolle oder Kontext.

Im Gespräch zeigt sie, wie Sprache Wirklichkeit konstruiert, warum Bedürfnis- und Emotionskompetenz essenziell sind und weshalb positive Formulierungen innere Kraft aktivieren. Sie beschreibt, wie GFK Resilienz stärken, Burnout vorbeugen und Menschen hilft dabei helfen kann, echte Gefühle wieder wahrzunehmen statt in Pseudogefühlen hängen zu bleiben. Tief berührend teilt sie, wie GFK ihr half, Schuldgefühle loszulassen, Versöhnung zu finden und sich selbst mit mehr Freundlichkeit zu begegnen.

Menschlich Führen mit Gewaltfreier Kommunikation

Wie verändert sich Führung, wenn bewusste Beziehungsgestaltung wichtiger wird als jede taktische Maßnahme? Angela Dietz verbindet 20 Jahre GFK-Praxis mit Führungskräfte- und Organisationsentwicklung. Im Gespräch zeigt sie, warum „menschlich erfolgreich“ bedeutet, nach den eigenen Werten zu leben, Verantwortung für Beziehungen zu übernehmen und echte Verbundenheit im Miteinander zu schaffen. Sie beschreibt, wie gesundes Kommunizieren entsteht: durch Selbstklärung, Zuhören, Wertschätzung und das Erkennen eigener Muster. Führungskräfte – und Eltern – sind für sie Vorbilder, deren Haltung Kultur prägt. Angela Dietz betont, dass GFK keine Technik, sondern eine Lebenshaltung ist, die Übung braucht und zugleich Frieden, Kooperation und beruflichen wie persönlichen Erfolg ermöglicht.

GFK als Weg zu innerer Verbindung

Wie verändert sich unser Leben, wenn GFK nicht nur Kommunikation, sondern ein Weg zu innerer Klarheit wird? Für Jürgen Engel ist die GFK weit über eine Methode zur Konfliktlösung hinausgewachsen ist. Seine Begegnung mit Marshall Rosenberg eröffnete einen Zugang zu emotionaler Tiefe, Körpergewahrsein und einem wachsenden Bewusstsein für die eigenen inneren Bewegungen.

Im Gespräch macht der GFK-Trainer deutlich, dass echte Verbindung mit anderen aus einem wacheren Kontakt zu sich selbst entsteht und dass Lebendigkeit nicht im Verstehen, sondern im Spüren liegt. Praxisformen wie Dyaden unterstützen dabei, Bedürfnisse nicht als Begriffe, sondern als unmittelbare, verkörperte Erfahrung wahrzunehmen. Das Interview eröffnet die Perspektive auf GFK als Entwicklungsweg, eine Wahrnehmung und Bewusstheit, die authentische Begegnung kultiviert – jenseits funktionaler Kommunikation.

Raus aus dem People Pleasing

Mit GFK zu Selbstkontakt, Mut und authentischer Klarheit

Warum fällt es vielen Menschen so schwer, Nein zu sagen, Grenzen zu setzen oder unangenehme Themen anzusprechen? Aufgrund frühkindlicher Erfahrungen, Anpassung und dem Wunsch nach Zugehörigkeit ist People Pleasing für viele Menschen eine überlebenswichtige Strategie. In ihrem Interview spricht Vera Heim darüber, warum sie uns als Erwachsene so einschränkt und wie die GFK helfen kann, die damit verbundenen inneren Muster zu erkennen, Gefühle als Wegweiser zu nutzen und eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Anhand eines persönlichen Beispiels zeigt sie, wie Selbstempathie, Mut und ein bewusster Selbstausdruck neue Freiheit ermöglichen – in Beziehungen, im Beruf und im Umgang mit sich selbst.

Aufgewachsen mit GFK

Wie Vertrauen, Freiraum und echte Verbindung eine Kindheit prägen können

Wie verändert GFK den Familienalltag, wenn Kinder mit Vertrauen, Selbstverantwortung und echter Beteiligung großwerden? Lea Sikor ist in einer GFK-geprägten Familie aufgewachsen: Konflikte wurden ohne Strafen, dafür mit Klarheit und Rückverbindung gelöst, Kompromisse wurden mit Blick auf unterschiedliche Bedürfnisse getroffen – Selbstverantwortung, Freiraum und gegenseitiges Vertrauen spielten eine große Rolle.

Im Gespräch wirft sie einen Blick zurück und berichtet aus erster Hand, wie sich gelebte GFK für sie anfühlt(e) – und sich diese in Freundschaften, Schule und Pubertät bemerkbar machte. Was an der GFK-Erziehung ihrer Eltern war hilfreich für ihr späteres Leben? Und was war es eher nicht? Ihr Beitrag macht Mut und gibt Einblicke in eine partnerschaftliche Haltung, die bis heute ihre Beziehungen prägt.

2. Kongresstag – 15. April 2026

Gewaltfreie Kommunikation im Gesundheitswesen

Wie kann GFK im Gesundheitswesen Orientierung bieten, ohne zusätzliche Belastung zu erzeugen? Wie unterstützt die GFK Pflegefachpersonen, Praxisanleitende und Ausbildende dabei, anspruchsvolle Situationen menschlicher, klarer und professioneller zu gestalten? Gerade die Kommunikation mit Patient:innen in emotionalen Ausnahmezuständen ist weit mehr ist als Technik: Sie sollte Sicherheit, Vertrauen und Orientierung schaffen.

Im Gespräch macht Birgit Brand-Hörsting, Leiterin eines Bildungsinstituts für Pflegeberufe und GFK-Trainerin, deutlich, warum das Nennen von Bedürfnissen, Entgegnen von Empathie und eine zugewandte Sprache deeskalierend wirken können und weshalb Selbstempathie eine zentrale Ressource darstellt, um unter hohem Druck stabil und handlungsfähig zu bleiben. Zudem gibt der Beitrag Einblick, wie GFK in Aus- und Weiterbildung verankert werden kann und warum eine empathische Haltung interprofessionelle Zusammenarbeit und Pflegequalität nachhaltig stärkt.

Anja Palitza & Olaf Hartke

Wertschätzung jenseits von Lob

Was stärkt echte Verbindung?

Wie verändert sich unsere Kommunikation, wenn Wertschätzung nicht an Leistung gebunden ist? Anja Palitza und Olaf Hartke zeigen in ihrem Gespräch, wie Gewaltfreie Kommunikation hilft, Bewertungen zu hinterfragen und den Blick auf Gefühle und Bedürfnisse zu lenken.

Lob und Belohnung sind oft an Bedingungen geknüpft, dabei ist es die authentische Wertschätzung ohne Leistungsbezug, die Beziehungen vertieft, sowohl im beruflichen als auch privaten Kontext. Doch wie kann Dankbarkeit als Haltung entstehen – in Führungskontexten, in der Pädagogik und in unserem täglichen Miteinander? Erfahren Sie, weshalb gerade kleine Momentaufmerksamkeiten, bewusstes Wahrnehmen und das Teilen von Wertschätzung Verbindung und Lebensqualität fördern.

Fünf Jahre GFK in einer Krankenkasse – Ein Praxisbericht

Wie lässt sich GFK in einem komplexen System wie einer Krankenkasse implementieren? Stefanie und Günter Belz geben Einblick in ein fünfjähriges Transformationsprojekt, in dem Empathie und GFK systematisch in einer Krankenkasse verankert wurden. Zwischen 2020 und 2025 wurden 460 Mitarbeitende in einer zwölftägigen GFK-Ausbildung geschult, ergänzt durch Online-Sessions, Podcasts, Empathie-Cafés und intensive Kleingruppenarbeit. Parallel erhielten 230 Führungskräfte ein sechstägiges Training, um die Anwendung im Alltag zu unterstützen.

Trotz Rahmenbedingungen wie Social-Distancing während der Corona-Pandemie, organisatorischem Wandel und europäischer Ausschreibung gelang ein erfolgreicher Rollout: einheitliche Trainingsstandards, eng begleitete Übungsphasen, professionelles Projektmanagement sowie der Aufbau eines wachsenden Netzwerks aus Mitarbeitenden, Führungskräften und internen Trainer:innen. Evaluationen zeigen deutliche Fortschritte in Selbstempathie, Klarheit, Emotionskompetenz und Kundenzugewandtheit.

Das Ergebnis: mehr Sicherheit in schwierigen Gesprächen, weniger persönliche Betroffenheit und spürbar höhere Kundenzufriedenheit.

Wenn Haltung wirkt

Über Präsenz, Veränderung und die Zukunft der GFK

Was entsteht, wenn GFK nicht als Technik verstanden wird, sondern als Haltung, die Präsenz, Berührbarkeit und Veränderungsbereitschaft fordert? Für Gerhard Rothhaupt gab eine Mobbing-Erfahrung den Anstoß für seine berufliche Neuorientierung vom Biologen zum GFK-Lehrer. Im Gespräch blickt er zurück und zeichnet nach, wie sich die GFK in den vergangenen Jahrzehnten von einer kleinen Bewegung zu einer vielfältigen Community entwickelt hat, deren Zukunft er in einer lebendigen Weiterentwicklung sieht.
Dabei betont er, dass GFK kein Allheilmittel ist, sondern ein Weg, der durch Körperarbeit, Trauma-Verständnis und Spiritualität ergänzt werden muss. Denn für ihn ist GFK vor allem eine Haltung: echte Präsenz, Zuhören und die Bereitschaft, sich berühren und verändern zu lassen.

Anhand persönlicher Beispiele reflektiert er, wie echtes Zuhören – statt Argumentieren – das Verhältnis seiner beiden Söhne nachhaltig verbesserte: „Ich bin verändert aus dem Gespräch rausgegangen, genauso wie er.“ Für die Zukunft wünscht er sich eine GFK, die ihren lebendigen Kern bewahrt und mutig auf Organisations- und gesellschaftlicher Ebene weitergedacht wird.

Mit wertschätzender Kommunikation Beziehungen stärken, Verantwortung übernehmen und Frieden gestalten

Was verändert sich in Beziehungen, wenn Wertschätzung nicht nur gesprochen, sondern gelebt wird? Beate Brüggemeier verbindet jahrzehntelange Erfahrung mit Schulz von Thun und Marshall Rosenberg zu einem ganzheitlichen Blick auf Kommunikation: Wertschätzung beginnt bei Selbstreflexion, Selbstverantwortung, sowie der Unterscheidung von Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen.

Für Unternehmen, Teams und Führungskräfte sieht Sie GFK als praktisches, wirksames Werkzeug– besonders dann, wenn Veränderung nicht als einzelnes Seminar oder Training, sondern als langfristiger Kulturprozess verstanden wird. Wertschätzung zeigt sich für sie in Ich-Botschaften, in Sinnbezug und in der Anerkennung, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Ihr persönlicher Antrieb: mit Sprache Bedingungen für Frieden zu stiften – im Kleinen wie im Großen.

Dabei erläutert sie, warum eine echte Feedbackkultur weit über Fragebögen hinausgeht, weshalb Wertschätzung nicht mit Lob verwechselt werden darf und wie radikale Selbstverantwortung Beziehungen stabilisiert. Ihr Leitgedanke: „Warte nicht auf Anerkennung – hol sie dir“.

„Ärger ist Information“: GFK als Fortsetzung logischen Denkens

Was verändert sich, wenn wir Ärger nicht bekämpfen, sondern als wertvolle Information begreifen? Ulrike Michalski erzählt von ihrem Weg aus einer rational geprägten Ingenieurswelt hin zur GFK als Haltung, die Komplexität anerkennt, Selbstklärung ermöglicht und Begegnungen erleichtert.

Als ehemalige Bauingenieurin und Energiewirtin beschreibt sie die GFK nicht als weiches Kommunikationskonzept, sondern als konsequente Fortsetzung logischen Denkens – weil es schlicht unlogisch sei, das Komplexeste überhaupt, nämlich menschliches Miteinander, dem Zufall zu überlassen. Anhand einer lebendigen Alltagsgeschichte macht sie anschaulich, was ihr zentraler Satz bedeutet: Ärger ist Information – kein Problem, das weggemacht werden muss, sondern ein Hinweis darauf, welches Bedürfnis gerade nicht erfüllt wird.

Dabei steht im Fokus: Warum GFK nicht „nett sein“ bedeutet, sondern ein realistisches, wirksames Werkzeug ist, um Spannungen zu verstehen, innere Klarheit zu gewinnen und ein friedliches Miteinander zu gestalten.

GFK und systemisches Denken

Wie Bedürfnisse Dialog und Konflikte leiten

Was passiert, wenn GFK nicht als Harmoniemodell verstanden wird, sondern als Werkzeug für klare Dialoge auf Augenhöhe? Tilman Krakau, einer der jüngeren Stimmen in der GFK-Szene, verbindet gewaltfreie Kommunikation mit systemischem Denken, Konfliktkompetenz und Alltagsrealismus. Er betont, dass GFK kein Deeskalationsmodell und kein Werkzeug für große gesellschaftliche Systeme ist, sondern ein Ansatz für gelingende zwischenmenschliche Prozesse. Für ihn steht nicht der Konsens im Vordergrund, sondern das bewusste Aushandeln von Perspektiven, Bedürfnissen und Strategien. Er zeigt, warum Kompromisse nicht „schlecht“ sind, wie Gefühle als Hinweisgeber dienen und weshalb Bedürfnisse Orientierung bieten, ohne sofort erfüllt werden zu müssen. Persönlich beschreibt er, wie GFK ihm half, sich selbst wahrzunehmen statt sich anzupassen, Grenzen zu erkennen und ein gesünderes Selbstbild zu entwickeln.

Sein Wunsch: weniger Fokus aufs Label „GFK“, mehr auf das Wesentliche – Verbindung, Klarheit und Dialogfähigkeit.

3. Kongresstag – 16. April 2026

Klarheit statt Kontrolle

Wie GFK Zusammenarbeit und Führung verändert

Wie verändert sich Zusammenarbeit, wenn Führungskräfte nicht zuerst auf Ziele, sondern auf Menschen blicken? Für Gabriele Lindemann markierte der Einsatz von GFK einen Wendepunkt: berufliche Konflikte, alte Reaktionsmuster und Schuldspiralen wichen einer Haltung von Klarheit, Selbstverantwortung und verbindender Zusammenarbeit.

In ihrer Arbeit mit Unternehmen zeigt sie, dass GFK nicht „weich“ ist, sondern Orientierung schafft: Führungskräfte lernen, Menschen statt Rollen zu sehen, Verantwortung präziser zu halten und schwierige Gespräche mit mehr Gelassenheit und Präsenz zu führen.

In der Organisationsentwicklung nutzt sie GFK, um Stigmatisierungen aufzubrechen, Beteiligung zu fördern und gemeinsame Visionen zu ermöglichen – als Kern eines Kulturwandels, der nachhaltig wirkt.
Auch persönlich beschreibt sie die GFK als Gamechanger, etwa in der Beziehung zu ihrer Mutter und in rund drei Jahrzehnten Partnerschaft. Ihr Anliegen: mehr Selbstempathie, mehr Klarheit, mehr Mut zu einer Organisationskultur, die nicht von Angst, sondern von Dialogfähigkeit, Kooperation und innerer Haltung getragen ist.

Vom „Kampfimpuls“ zur Versöhnung

GFK und innere Arbeit im Konflikt

Was geschieht, wenn wir Konflikte nicht als Bedrohung, sondern als Einladung zu innerer Wahrheit begreifen? Für Gabriele Seils sind Konflikte Momente, in denen alte Trigger, Schutzmechanismen sichtbar werden – und damit Chancen für persönliche Entwicklung. Sie zeigt, wie GFK vor allem durch Selbstempathie wirksam wird: indem wir innehalten, Urteile erkennen, Gefühle verstehen und Bedürfnisse klar benennen.

Besonders wichtig ist für sie die Anerkennung intensiver Emotionen – auch von Wut und „Kampfesimpulsen“ – als Teil menschlicher Lebendigkeit. Anhand persönlicher Beispiele, u. a. aus dem Projekt Compassionate Listening, in dem Deutsche und jüdische Menschen in einen tiefen Dialog fanden, illustriert Seils, wie GFK Räume öffnen kann, in denen Verletzlichkeit und Versöhnung möglich werden.

Frieden beginnt innen

Wie Spiritualität und GFK sich gegenseitig vertiefen

Wie entsteht innerer Frieden, wenn Spiritualität und GFK sich nicht widersprechen, sondern einander vertiefen? Simran Wester beschreibt einen außergewöhnlichen Lebensweg: geboren in Bogotá, spirituell geprägt durch Kundalini-Yoga und die Sikh-Tradition, bevor GFK 1998 ein fundamentaler Teil ihres Lebens wurde. Durch Marshall Rosenberg erkannte sie, dass ihre eigenen Bedürfnisse genauso legitim sind wie die anderer – ein Wendepunkt, der ihr Selbstbild und ihre Beziehungen tief veränderte.

Heute vermittelt sie GFK als Haltung, nicht als Methode: Bedürfnisse im Zentrum, Gefühle als Wegweiser und Empathie als Verbindungskraft. Sie zeigt, wie Konflikte durch Strategien entstehen – nicht durch Bedürfnisse – und wie echte Lösungen erst nach Verbindung möglich werden. Persönlich teilt sie bewegende Erfahrungen aus Sterbe- und Trauerprozessen, familiären Prägungen über Generationen hinweg und Momenten tiefer Gruppenverbindung.

Ihr Wunsch: GFK in Eltern- und Lehrerausbildung, in gesellschaftlichen Schaltstellen und als Grundlage für sozialen Frieden.

GFK im Alltag

Bedürfnisse verstehen, Verbindung gestalten

Wie gelingt echte Verbindung in einer Welt voller schneller Urteile? GFK-Trainer und -Ausbilder Andi Schmidbauer erklärt, warum GFK für ihn bis heute eines der praktikabelsten Modelle für berufliche und private Beziehungen ist. Er spricht darüber, wie Empathie als bewusste Entscheidung wirkt, welche Rolle Bedürfnisse als Orientierung spielen und weshalb Selbstempathie Ausgangspunkt jeder gelingenden Kommunikation ist.

Neben konkreten Tipps für Einsteiger, warnt Schmidbauer humorvoll vor dem häufigsten Anfängerfehler – dem Missionieren im Freundeskreis – und beleuchtet den entscheidenden Unterschied zwischen „Ich verstehe dich“ und echtem Zurückspiegeln des Gehörten.

Emotionale Freiheit in der Kita

Warum Verbindung bei uns selbst beginnt

Was ändert sich im pädagogischen Alltag, wenn Fachkräfte zuerst auf ihr eigenes Wohlbefinden achten? Barbara Leitner zeigt, warum echte Beziehungsarbeit in Kitas nur gelingen kann, wenn Fachkräfte zuerst mit sich selbst in Verbindung sind. GFK wirkt hier nicht als weiteres Konzept „on top“, sondern als Grundhaltung, die Wohlbefinden, Präsenz und Selbstwirksamkeit stärkt.

Wie können bewusste Verlangsamung, Atemachtsamkeit, ein ressourcenorientierter Blick und das Erkennen eigener Bedürfnisse dabei helfen, Stressmuster zu durchbrechen und authentischer zu handeln? Was hat das Bild von „vollen Schalen“ damit zu tun, vor allem im Kontext von gelingenden Beziehungen zu Kindern, Eltern und im Team? Das Interview zeigt Wege, wie Teams in Kitas und Kindergärten gemeinsame Bedürfnisse sichtbar machen, Verantwortung teilen und so Orientierung, Qualität und Verbindung im Alltag fördern.

AntiÄrger und Gewaltfreie Kommunikation

Wie bewusste Selbstverantwortung Konflikte entschärft

Was wäre, wenn Ärger kein Problem wäre – sondern eine Entscheidung? Barbara Gerhards zeigt: Ärger ist ein Warnsignal, das uns darauf aufmerksam macht, wenn eines unserer Bedürfnisse gerade unerfüllt bleibt. Statt Impulsreaktionen, Schuldzuweisungen oder Überreaktionen zuzulassen, lädt sie ein, Ärger zunächst zu filtern: Betrifft mich das wirklich? Kann oder will ich etwas ändern? Welche Bedürfnisse stehen dahinter? Erst nach dieser Selbstreflexion folgt die Entscheidung: loslassen oder ansprechen – und wenn ansprechen, dann gewaltfrei und klar. Ihr AntiÄrger-Prozess mit Filter, Bedürfnisklärung und „Ärgerhaken“ reduziert viele Ärgernisse bereits, bevor Kommunikation nötig wird. So entstehen Räume für echte Anliegen statt spontaner Eskalation.

GFK als spirituelle Praxis

Zwischen Körperwahrnehmung, Sprache und Bewusstsein

Was verändert sich, wenn Beziehung nicht im Kopf beginnt, sondern im Körper? Annett Zupke beschreibt GFK als Weg zurück in Körperwahrnehmung, Selbstkontakt und bewusste Gestaltung von Beziehungen.
Gefühle zu erkennen, gelingt für sie vor allem über den Körper – weniger über Begriffe als über spürbare Energie. Sie betont Sprache als Wirkfaktor: „Ich habe Wut“ schafft Handlungsspielraum, während „Ich bin wütend“ identifiziert und blockiert.

Im Interview zeigt sie, wie alte Emotionen, Trigger und familiäre Muster im Alltag wirken und wie Selbstempathie, liebevolle Selbstgespräche und Perspektivwechsel Handlungsfähigkeit zurückgeben.

GFK sieht sie zutiefst spirituell: ein Training für Bewusstseinswandel, Verbundenheit und ein Leben aus Liebe statt Angst. In Mediationen arbeitet sie nicht mit Themenlisten, sondern mit Verbindung als Voraussetzung für Lösungen. Ihr Anliegen: Menschen zu empowern, ihre Stimme, Sensibilität und Gestaltungskraft einzubringen.