Selbstakzeptanz

Geknittertes Papier

Selbstwert stärken: Zwei Impacttechniken für die Praxis

Menschen, die Beratung, Coaching, Psychotherapie oder pädagogische Begleitung in Anspruch nehmen, bringen häufig nicht nur konkrete Probleme mit, sondern auch Zweifel an sich selbst. Sie erleben sich als nicht gut genug, fühlen sich machtlos oder kämpfen damit, eigene Schwächen und Verletzungen anzunehmen. Für Fachkräfte stellt sich daher immer wieder die Frage: Wie lassen sich Selbstwert, Selbstwirksamkeit und Selbstakzeptanz nicht nur besprechen, sondern für Klient:innen tatsächlich erlebbar machen? Genau hier können Impacttechniken unterstützen: Sie nutzen Gegenstände, Metaphern und Erfahrungen, um psychologische Prozesse sichtbar, spürbar und besprechbar zu machen. Besonders im Bereich Selbstwert eröffnen sie Möglichkeiten, die über rein kognitive Gespräche hinausgehen und emotionale Aha-Erlebnisse erzeugen können. Im Webinar „Selbstwert, Selbstwirksamkeit und Selbstakzeptanz – Professionelle Methodenkompetenz für psychologische Fachkräfte“ vermittelt Frauke Niehues praxisnahe Ansätze für die Arbeit mit diesen zentralen psychologischen Themen. Ein Blick in ihr Kartenset Impacttechniken zeigt, wie differenziert und wirkungsvoll diese Herangehensweise sein kann. Selbstwert ist mehr als nur „gut“ oder „schlecht“ Für die professionelle Arbeit mit Selbstwert ist zunächst entscheidend, dass dieses Erleben differenziert betrachtet wird. Frauke Niehues beschreibt mit ihrem Faktoren-Schichten-Modell des Selbstwertes verschiedene Aspekte, die für das Selbstwerterleben bedeutsam sind: das Grundgefühl, also das Erleben, grundsätzlich angenommen oder abgelehnt zu sein, die Selbstakzeptanz als Fähigkeit, sich auch mit eigenen Schwächen anzunehmen, die Selbstwirksamkeit, also das Wissen und Erleben, etwas bewirken zu können, die Fähigkeitenpräsenz, das Bewusstsein für eigene Stärken, sowie der Einfluss des Systems, in dem sich eine Person bewegt. Diese Unterscheidung ist für Fachkräfte besonders hilfreich, weil sie deutlich macht: Nicht jede Selbstwertproblematik hat dieselbe Ursache. Entsprechend benötigen Klient:innen unterschiedliche Interventionen und Zugänge. „Mein Selbstwertblatt“: Selbstwert sichtbar machen Menschen beschreiben ihren Selbstwert häufig lediglich als „gut“ oder „schlecht“. Die Impacttechnik „Mein Selbstwertblatt“ schafft hier einen anderen Zugang. Die Klient:innen erhalten ein leeres Blatt Papier und die Aufgabe, dieses so zu verändern, dass es ihren erlebten Selbstwert widerspiegelt. Knicke, Löcher, Risse, Kritzeleien oder Verschmutzungen werden zu Symbolen für persönliche Erfahrungen und Verletzungen. Für Fachkräfte entsteht dadurch ein eindrucksvoller Einblick in das subjektive Erleben ihrer Klient:innen. Gleichzeitig bietet die Methode eine wertvolle Grundlage für die weitere Arbeit: Was bedeuten die entstandenen Spuren? Was fehlt? Was müsste repariert, geschützt oder neu gestaltet werden? „Der Selbstwertschein“: Wert bleibt Wert Die zweite Technik arbeitet mit einem einfachen 20-Euro-Schein. Zunächst wird gefragt: „Was ist er wert?“ Die Antwort lautet selbstverständlich: 20 Euro. Anschließend wird der Geldschein geknüllt, auf den Boden geworfen oder anderweitig „misshandelt“. Auf die erneute Frage nach seinem Wert bleibt die Antwort dieselbe. Die Metapher ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Schlechte Behandlung verändert nicht den Wert des Geldscheins. Ebenso verlieren Menschen ihren Wert nicht durch Abwertung, Verletzungen oder belastende Erfahrungen. Gerade bei Klient:innen mit geringem Selbstwert kann diese Erfahrung einen starken emotionalen Impuls auslösen und die Grundlage für mehr Selbstakzeptanz schaffen. Selbstakzeptanz als Stabilitätsfaktor Im Selbstwertmodell von Frauke Niehues nimmt die Selbstakzeptanz eine besondere Rolle ein. Sie fungiert als Stabilisator des Selbstwertgefühls. Menschen mit hoher Selbstakzeptanz können sich auch dann als wertvoll erleben, wenn sie Fehler machen oder Schwächen wahrnehmen. Genau hier setzt der Selbstwertschein an: Die Erfahrung verdeutlicht, ...
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